1997 erfolgte die Aufnahme in die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Ost. Seither sind vier ehrenamtliche Helfer rund um die Uhr in Alarmbereitschaft, um bei größeren Schadenslagen eingesetzt zu werden. "Höhepunkte" der SEG-Tätigkeit waren das Pfingsthochwasser 1999 in München, das Hochwasser 2002 in Dresden sowie 2013 in Passau, die Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal oder die Überflutungen in Oberbayern in 2023.
Auch im Jahr 2021 stand vieles im Zeichen der Corona-Pandemie. Gemeinsam mit engagierten Eltern und Lehrkräften unterstützten wir das Gymnasium Oberhaching dabei, wieder ein Stück Normalität in den Schulalltag zu bringen. Einsatzkräfte des Deisenhofener Roten Kreuzes schulten die Schülerinnen und Schüler in der Anwendung der Corona-Selbsttests.
Wenige Monate später rückte unsere SEG-Betreuung als Teil des oberbayerischen Hilfeleistungskontingents nach Rheinland-Pfalz aus. Dort halfen unsere Einsatzkräfte, unverletzte Betroffene der Hochwasserkatastrophe zu betreuen und zu versorgen.
Kurz darauf wurde im Münchner Stadtteil Ramersdorf eine Bombe gefunden. Innerhalb kurzer Zeit richteten unsere Helfer in einer nahegelegenen Schule eine Betreuungsstelle ein. Mehr als 200 Münchner Bürger wurden mit Getränken, einem Abendessen und aktuellen Informationen zur Entschärfung versorgt, bis sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.
Zum Jahresende stand schließlich eine große Katastrophenschutzübung der Münchner Rotkreuzgemeinschaften in Deisenhofen auf dem Programm. Rund 80 Einsatzkräfte trainierten bei der „Marschübung“ das Fahren im Konvoi mit etwa 30 Fahrzeugen auf einer Strecke von 118 Kilometern. Die Deisenhofener Rotkreuz-Helfer sorgten im Anschluss für die Verpflegung nach der mehrstündigen Fahrt.
Die Bereitschaft Deisenhofen startete 2022 mit einem Großeinsatz gemeinsam mit anderen Münchner Bereitschaften sowie den Einsatzeinheiten des Arbeiter-Samariter-Bunds und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Im Auftrag des Sozialreferats hießen wir die ersten Geflüchteten aus dem Krieg gegen die Ukraine willkommen und stellten die Versorgung mit den wichtigsten Grundbedürfnissen sicher. Innerhalb weniger Stunden errichteten über 130 ehrenamtliche Einsatzkräfte der beteiligten Hilfsorganisationen an mehreren Standorten im Stadtgebiet Notunterkünfte und schufen damit mehr als 600 Plätze.
Ein besonderes Highlight war der Besuch zweier ehrenamtlicher Sanitäter des Deisenhofener Roten Kreuzes in zwei örtlichen Kindergärten. Mit einem Rettungswagen erklärten sie den Kindern spielerisch den Ablauf von Notfalleinsätzen, stellten die Ausstattung vor und ließen die Kleinen selbst aktiv werden – vom Probeliegen auf der Trage bis hin zum Einschalten des Blaulichts.
Auch die Ausbildung kam nicht zu kurz: Bei einem spannenden Übungsabend boten drei Teams der Münchner Rettungshundestaffel faszinierende Einblicke in ihre Arbeit, von der Flächen- bis zur Trümmersuche. Nach einem informativen Vortrag zeigten die Hunde ihr Können live bei einer Vermisstensuche auf dem Feld und verdeutlichten eindrucksvoll die enge Teamarbeit und hohe Einsatzbereitschaft.
Ein Höhepunkt im Sommer war das 20. Oberhachinger Straßenfest, bei dem sich das Deisenhofener Rote Kreuz mit einer Erste-Hilfe-Station, einer Fahrzeugausstellung und zahlreichen Mitmachaktionen präsentierte. Besucherinnen und Besucher konnten nicht nur die Ausstattung der Einsatzfahrzeuge erkunden, sondern auch selbst lebensrettende Maßnahmen wie die stabile Seitenlage oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung üben. Für die jüngsten Gäste sorgte das realistisch gestaltete Wundenschminken des Jugendrotkreuzes für große Begeisterung.